23.02.2011: Bratislava: Das Tor zum Osten (20 Bilder)


Ich fuhr mit dem EU-Regio-Ticket Slowakei von Wien-Südbahnhof (Ostbahn) mit dem REX über Marchegg nach Bratislava, für lediglich 14 Euro hin/retour (Stadtverkehr in Bratislava inkl.). Im Spätwinter eine äußerst fade Angelegenheit, da die Landschaft grau in grau ist. Einzig spannend waren die Marchauen, wo die Bäume in den überschwemmten Gebieten im Eispanzer standen.

Nach nur 70 min Zugfahrt erreichte ich die Zieldestination am Hauptbahnhof in Bratislava, und suchte erstmal vergeblich den Bus/Straßenbahn zum Zentrum. Überhaupt macht die Stadt viel zu wenig aus ihrem Potential, da es kaum Hinweisschilder für Touristen gibt. Auch an den historischen Gebäuden findet man keine Hinweistafeln, wie es sie z.B. in Wien gibt ("erbaut am..., verändert von...bis..., war Sitz von..., Mozart hat hier übernachtet in....). Die Altstadt ist dennoch sehr schön, ebenso die Gegensätze zwischen Altstadt, Plattenbauten und junger Skyline.

Bild 1: Vom Hbf kommend Richtung Zentrum läuft man am Sitz der slowakischen Regierung vorbei:

http://www.meteo-vienna.inntranetz.at/voyage/bratislava-feb11/1.JPG

Das Palais Grassalkovich wurde 1760 errichtet (Spätbarock) und besitzt eine öffentlich zugängliche weitläufige Parkanlage.

Bild 2: Gleich beim Eingang zur Altstadt stößt man auf die Trinitarierkirche, erbaut 1727 (Barock)



Bild 3: Nur wenige Meter weiter liegt die Kapuzinerkirche, zwischen 1700 und 1725 erbaut

http://www.meteo-vienna.inntranetz.at/voyage/bratislava-feb11/3.JPG

Bild 4: Am Martinsdom (1452 fertiggestellt) findet sich diese Eingravierung



Zur Beschreibung zitiere ich michaelawien:

Also die "Rute" ist eine Geißel, steht neben den Speeren für die Qualen Jesus vor der Kreuzigung (er wird u.a. gegeißelt/ausgepeitscht).
Die Würfel sind die Symbole für die Lose, die die Soldaten werfen, nachdem sie Jesus ans Kreuz geschlagen haben, um sein Gewand unter einander aufzuteilen. Es handelt sich bei dieser Darstellung am Martinsdom somit um eine Darstellung von Jesus Kreuzigung und Auferstehung (er thront auf seinem Grab/in diesem Fall dargestellt durch die "Truhe").

Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war.

Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus.

(Evangelium nach Johannes)
Quelle: [www.wzforum.de]

Bild 5: Vom Randbereich der Burg Bratislava fotografiert sieht man den Kirchenreichtum der Stadt



Rechts zwei gotische Kirchen, dahinter der Zwiebelturm einer Barockkirche, ganz links die grüne Spitze hätte ich der Romanik zugeordnet, leider find ich die Kirche nicht.

Im Hintergrund sozialistische Plattenbausiedlungen

Bild 6: Glückliche Raben



Bild 7: Neue Brücke in Bratislava, 1972 errichtet, 303 m lang, Gesamtspannweite 430 m.



Auf dem 85 m hohen Pylon befindet sich ein Restaurant, darüber in 95 m Höhe ist zusätzlich ein Aussichtspunkt.

Bild 8: Dahinter sieht man den Stadtteil Petržalka, hier lebt fast ein Viertel der Bewohner von Bratislava - die höchste Einwohnerdichte der Slowakei



Der Ort ist an sich historisch, war schon zu Römerzeiten eine wichtige Furt, wurde leider von den Kommunisten nach 1945 zu einer sozialistischen Planstadt verunstaltet.

Bild 9 und 10: Das Wahrzeichen von Bratislava - die gleichnamige Burg





In diesem hellen Glanz erstrahlt sie erst seit 1968 bzw. seit 2008, 1811 wurde sie bei einem Feuer fast völlig vernichtet. Erbaut wurde die Burg bereits im 9. Jahrhundert - an der weitläufigen Festung finden sich auch noch Tore aus der Zeit der Gotik.

Bild 11: Blick über die Altstadt hinweg nach Nordosten

http://www.meteo-vienna.inntranetz.at/voyage/bratislava-feb11/11.JPG

Bild 12: Teil der Festungsanlage mit uralter Weide



Bild 13: Knapp unterhalb der Festung findet man eine teilweise verfallene Kirche vor, leider hab ich keine Informationen dazu



Bild 14: Gegensätze im Bild vereint

http://www.meteo-vienna.inntranetz.at/voyage/bratislava-feb11/14.JPG

Bild 15: Auf der nördlichen Stadtseite beim Beginn der neuen Brücke



Bild 16: Die Altstadt, größtenteils unberührt



Bild 17: Fassadenblick



Die Preise sind recht unterschiedlich, am Bahnhof kriegt man Hot Dog für 70 Cent,
in der Innenstadt kostet das Bier 3,50€.

Bild 18: Das slowakische Nationaltheater, 1886 erbaut



Bild 19: Ein Eckhaus in der Altstadt, vermutlich 19. Jahrhundert, dahinter hässliche Neubauten



Bild 20: Die Franziskanerkirche - die älteste Kirche Bratislavas, um 1280 erbaut



Insgesamt trotz kurzer Aufenthaltsdauer (etwas mehr als zwei Stunden) ein lohnender Besuch der Stadt, wo viele Sehenswürdigkeiten warten. Die Altstadt ist sicherlich in der wärmeren Jahreszeit zu empfehlen, wenn man draußen sitzen kann. Auch einige Parkanlagen gilt es noch zu besichtigen. Historikfans kommen auf ihre Kosten, so viel ist sicher, auch wenn es schwierig ist, an Informationen über das, was man sieht, heranzukommen. Aber vielleicht hab ich da auch nur was übersehen....

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